SPL User Story: 432 Studios

Für die zweite SPL User Story haben wir Paul Schal (Tilman Brejora) in seinen 432Studios in Berlin getroffen. 2018 hat Paul die Studios gegründet. Er bietet Produktion, Mastering, sowie Mixing und Recording für internationale und regionale Künstler aller Genres an. Seine jahrelangen Erfahrungen als Künstler, Produzent sowie Mastering- und Mixing Engineer gibt Paul zudem in Workshops und Tutorials weiter.

Wir wünschen euch viel Spaß mit der Story!

Was ist für dich persönlich der größte Vorteil von analogem Outboard-Equipment im Mastering?

Der Faktor Zeit! Ich kann viel schneller Entscheidungen umsetzten, da ich alle Einstellungsmöglichkeiten in direkter Reichweite habe und mit wenigen Eingriffen musikalische und voll klingende Ergebnisse erzielen kann, die unzweifelhaft hörbar den Klang des Materials verbessern. Die Fülle und Tiefe, welche ich mit meiner Mastering-Kette erzeugen kann ist etwas was ich beim Arbeiten „in-the-box“ einfach nicht bekomme.

Was ist für dich, in deinem Workflow, das wichtigste Merkmal unserer 120V-Technik?

Mehr Freiheit. Headroom ohne Ende, und das ganz ohne Verzerrungen, sogar bei drastischen Einstellungen. Das gibt mir die absolute Freiheit uneingeschränkt kreative Mastering-Entscheidungen beim Gainstaging des Materials zu treffen. Alles was ich durch meine Mastering-Kette schicke bekommt sofort mehr Höhe, Breite und Tiefe, sowie Definition. Wenn die 120V-Kette in den gesamten Mastering-Prozess eingebunden ist, bringt man diesen auf ein ganz neues Niveau. Es ist genauso Clean wie „in-the-box“, fühlt sich aber musikalisch und analog an und bewegt sich somit im wahrsten Sinne des Wortes „out-of-the-box“.

DMC:

Die DMC liefert mir alle Parameter die ich brauche um die perfekte Kontrolle über meinen Monitoring- und Signalfluss zu bekommen. Ein Arbeiten ohne Recording Gain und die Input und Return Volume Stufen kann ich mir nicht mehr vorstellen. Die Feinfühligkeit des Recording Gain Potentiometer gibt mir die Möglichkeit den Pegel perfekt abzustimmen, bevor es in meine A/D Wandler geht, was Clipping zu einem sehr wichtigen kreativen Teil meines Workflows macht. Die Monitor Loudness Compensation ist ein fantastisches Feature, welches mir erlaubt einen schnellen A/B Vergleich zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Signal zu bekommen. Dieses Gerät macht das Arbeiten „out-of-the-box“ zu einem echten Vergnügen.

Hermes:

Die Möglichkeit die DMC und den Hermes Mastering Router zu koppeln ist für mich ein echter Gamechanger. Nie zuvor konnte ich so schnell, einfach und intuitiv meinen analogen Signalfluss konfigurieren. Und das ohne auch nur ein Kabel oder Stecker anzufassen. Die Möglichkeit 2 von 8 Geräten im Parallel-Mix zu nutzen ist eine weitere großartige Funktion, welche ich im Grunde ständig benutze um parallel Kompression oder EQ einzusetzen.

Gemini:

Der Gemini Mastering M/S Processor eröffnet mir in Kombination mit dem Hermes Mastering Router die Möglichkeit all mein Equipment im M/S Modus zu fahren. Das gibt mir die totale Kontrolle über die Tiefen- und Stereoabbildung eines Masters. Ich nenne das gerne meine 3D Matrix. Der Elliptische Filter, die Stereo Width und die Balance Optionen sind perfekt um das Stereobild zu manipulieren. Die Klangbühne wird damit quasi für mich aufgeräumt. Definitiv ein Werkzeug, das ich bei keinem Projekt missen möchte!

PASSEQ:

Ich nutze den PASSEQ oft in Kombination mit dem Gemini. In dem Moment in dem ich den PASSEQ einschalte, wird die Musik lebendig! Die tiefen Frequenzen klingen überragend. Das Shelving Filter erlaubt die Einbindung tiefster Sub-Bass Frequenzen ohne zu verzerren oder zu dröhnen. Das 720Hz Band ermöglicht mir direkten Zugang zu den Lead Sounds und der Center Stage eines Tracks, während ich die Möglichkeit habe die Seiten und Hallfahnen mit dem Airband zu öffnen (und einem Boost bei 35kHz mit einem Roll-off bei 18kHz um die Schärfe der Becken im Mittenbereich zu mildern). Der Einsatz des PASSEQs endet immer mit einer leichten Färbung, welche ein sehr musikalisches Ergebnis erzielt, das jede Art von Musikmaterial auf positive Weise abrundet.

PQ:

Der PQ ist mein Schweizer-Taschenmesser-Equalizer, von chirurgisch-genauen, bis hin zu sehr musikalischen Eingriffen ist alles möglich. Seine Vielseitigkeit ist einfach nur erstaunlich. Besonders im Proportional-Q Modus erlaubt der PQ eine sanfte Färbung des Signals. Ich nutze ihn viel in der High-Mid Section und um den 120Hz bis 200Hz Bereich von dumpfen Frequenzen zu säubern.

IRON:

Bevor es zurück zu meinen Wandlern geht, wird mein Signal in der Regel vom IRON komprimiert und damit in den Himmel gehoben. Der Sidechain EQ liefert einen knackigen und kontrollierten Bass, während die 6 Rectifier Timing-Varianten für Attack und Release bieten, welche alles abdecken, was man in dieser Hinsicht braucht. Die schnellen Release-Zeiten des Germanium-Rectifier bei 220nf gepaart mit einer langen Attack-Einstellung ist perfekt für Techno und House Tracks mit kurzen aber knackigen Kickdrums, während sich die LED-Schaltung fantastisch für moderne Hip Hop oder Trap Produktionen mit langen 808 Bässen eignet.

Das gesamte SPL-Equipment hat eine sehr musikalische Charakteristik. Man lernt diese in seinen Workflow zu integrieren und merkt dabei wie durchdacht dieses Konzept ist. In Bezug auf Musikalität und Vielseitigkeit merkt man, dass jede Einstellung, jedes Parameter seinen eigenen Anwendungsbereich in einer sehr zufriedenstellenden Art und Weise abdeckt.

Wenn ihr noch mehr über Paul und seine Arbeit erfahren möchtet, findet ihr weitere Informationen auf seinen Webseiten und Social Media Kanälen:

Webseite, Studio: https://www.432studios.de

Webseite, Artist: http://www.paulschal.com

Facebook: https://www.facebook.com/432Studios

Instagram: https://www.instagram.com/paulschal